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Pressemeldung vom 11. August 2025

Entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR): Kautschukindustrie mit Vereinfachungs-Rezept

Frankfurt am Main, 11. August 2025. Die deutsche Kautschukindustrie ist seit 2024 bereit, sich den Zielen der europäischen Regulierung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR) zu stellen“, so Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (wdk) heute in Frankfurt am Main. „Was wir allerdings mit Grauen beobachten, ist der von der EU-Kommission konstruierte bürokratische Aufwand, der auf uns zurollt. Dabei wäre es so einfach, durch ein ‚First-Touch-Principle‘ den Aufwand zu reduzieren, ohne die Schutz-Ziele aufzugeben.“

Weil sie Naturkautschuk aus Asien und Afrika verarbeitet, ist die europäische Kautschukindustrie unmittelbar von der EUDR betroffen. Alle Unternehmen, die Naturkautschuk oder Produkte mit Naturkautschuk in die EU importieren, unterliegen ab Dezember 2025 umfangreichen Nachweis- und Dokumentations-Pflichten. Aber nicht nur diese. Sondern auch alle nachfolgenden Unternehmen, die den Kautschuk oder die Produkte weiterarbeiten, müssen die Rückverfolgbarkeit bis zum Anpflanzungs-Grundstück nachweisen und garantieren. „Der Erste in der EU-Wertschöpfungskette garantiert also bereits die Einhaltung der EUDR. Warum dann alle Nachfolgenden den gleichen bürokratischen Aufwand wieder und wieder leisten müssen, ist völlig unverständlich“, sagte Engelhardt weiter.

Teilweise verarbeiten deutsche Kautschukindustrie-Unternehmen nur geringe Mengen Naturkautschuk pro Jahr. Der Aufwand zur Erfüllung der EUDR-Bürokratiepflichten für sie liegt aber bei mehreren Personen-Tagen. Obwohl bereits der vorgeschaltete Importeur oder Händler alle EUDR-Pflichten erfüllt hat. „Umweltschutz und Menschenrechtsschutz sind garantiert, wenn der Naturkautschuk europäischen Boden zum ersten Mal berührt: First-Touch-Principle. Alle anderen in der nachfolgenden Wertschöpfungskette können aus der EUDR-Bürokratie entlassen werden. Das wäre wirksamer Bürokratieabbau! Mit einem Federstrich“, so Engelhardt.

Zum Anwendungsbeginn blieben nur noch vier Monate. Dennoch fehlten immer noch verbindliche Festlegungen der EU-Kommission zur Handhabung der EUDR und die Umsetzung in nationales Recht. „Wir brauchen dringend Rechtssicherheit. Nach über zwei Jahren Hin und Her vermissen die betroffenen Unternehmen die Verlässlichkeit der Vorgaben, so das Feedback unserer Mitglieder“, betonte Engelhardt abschließend. „Der Aufwand für alle von der EUDR erfassten Unternehmen und Aufsichtsbehörden zeigt sich bereits jetzt als unbeherrschbar. Eine Befreiung von repetitiven Bürokratie-Pflichten durch ein ‚First-Touch-Principle‘ ist in dieser Situation zwingend.“

Boris Engelhardt, wdk Hauptgeschäftsführer

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Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) ist die Spitzenorganisation der deutschen Hersteller von Bereifungen und Technischen Elastomer-Erzeugnissen. Er vertritt rund 200 Unternehmen mit etwa 70.000 Beschäftigten und einem Gesamtjahresumsatz von zehn Milliarden Euro.