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Pressemeldung vom 22. Juli 2026

Kautschukindustrie: Rohstoffe verfügbar, Kosten bleiben hoch

wdk-Mitgliederumfrage zum dritten Quartal 2026: Sorge vor Rohstoffengpässen weicht, spürbare Entlastung bei den Kosten bleibt aber aus

Die deutsche Kautschukindustrie blickt etwas entspannter auf ihre Rohstoffversorgung. Bei den Kosten bleibt die Lage jedoch angespannt. Das zeigt die aktuelle Mitgliederumfrage des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (wdk).

„Die zuvor deutlich angespannten Erwartungen auf der Rohstoffseite haben sich beruhigt“, erklärte wdk-Chefvolkswirt Michael Berthel heute in Frankfurt am Main. „Unsere Unternehmen rechnen derzeit nicht mit kurzfristig drohenden Rohstoffengpässen.“
Die Situation bleibt jedoch hoch volatil. Ebenso die Versorgungslage vor dem Hintergrund der anhaltenden Auseinandersetzungen rund um die Straße von Hormus. „Zwar ist die Verfügbarkeit der benötigten Materialien aktuell überwiegend gesichert. Die Rohstoffpreise bleiben jedoch unverändert hoch. Eine spürbare Entlastung auf der Kostenseite zeichnet sich für die Unternehmen nicht ab.“ Eine deutliche Preisnachgabe bei den Rohstoffen erwartet die Branche mehrheitlich nicht. „Auf eine echte Atempause bei den Kosten warten unsere Unternehmen weiterhin vergeblich“, so Berthel.

Dieses Bild bestätigt auch der wdk-Rohstoffindex für eine typische Naturkautschuk-Mischung: Er ist zuletzt auf den höchsten Stand seit rund zwei Jahren geklettert. Für die Unternehmen bedeutet das, trotz gesicherter Versorgung dauerhaft mit hohen Materialkosten kalkulieren zu müssen. „Verfügbarkeit ist die eine Seite der Medaille, Bezahlbarkeit die andere. Auf beides sind unsere Betriebe angewiesen. Insbesondere am Hochenergiepreis-Standort Deutschland“, betonte Berthel.

Preisindex Naturkautschuk (Quelle: wdk)

Vor diesem Hintergrund bleibt die Geschäftsentwicklung in der Branche insgesamt uneinheitlich: Während sich das Auslandsgeschäft positiv entwickelt, lahmt die Binnennachfrage. „Von einer echten Erholung kann noch nicht die Rede sein. Solange die Vorkosten die Unternehmen weiter belasten, bleibt die Lage fragil. Wir brauchen schnell spürbare Entlastungen bei Energiekosten und Bürokratie am Standort Deutschland“, so Berthel abschließend.

Michael Berthel,
wdk Chefvolkswirt (Quelle: wdk)

Pressemitteilung (.pdf)

Pressefoto Michael Berthel (.jpg)

Preisindex Naturkautschuk (.pdf)

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) ist die Spitzenorganisation der deutschen Hersteller von Bereifungen und Technischen Elastomer-Erzeugnissen. Er vertritt rund 200 Unternehmen mit etwa 70.000 Beschäftigten und einem Gesamtjahresumsatz von zehn Milliarden Euro.