Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von GTranslate. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen
Pressemitteilungen

Kontakt

Ihr Ansprechpartner

Dr. Christoph Sokolowski

c.sokolowski@wdk.de

030-726216-120

Pressemeldung vom 3. September 2026

Kautschukindustrie warnt: Deutschlands industrielles Fundament steht auf dem Spiel

„Die dringend erforderlichen Reformen zur Stärkung des Industriestandorts müssen jetzt kommen. Es darf keinen Aufschub mehr geben.“ Mit diesem dringenden Appell stellte sich der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) heute in Frankfurt am Main hinter den Brandbrief der Metall- und Elektroindustrie an die Bundesregierung. „Es muss jeder begreifen, dass unser industrielles Fundament und damit die Grundlage von Wohlstand und letztlich einer funktionierenden Demokratie auf dem Spiel stehen“, betonte wdk-Präsident Michael Klein.

wdk-Präsident Michael Klein (Quelle: wdk)

Dies gelte vor allem für die systemrelevante deutsche Kautschukindustrie, deren Produkte in allen strategisch wichtigen Lebensbereichen vertreten seien. „Unsere mittelständischen Mitgliedsunternehmen stehen unter massivem Druck durch international nicht konkurrenzfähige Energiekosten, durch eine überbordende Bürokratie und durch eine zunehmende Marktverdrängung durch außereuropäische Wettbewerber.“ Dies belegten die jüngsten Halbjahreszahlen der deutschen Kautschukindustrie eindringlich, so Klein. „Diese für Deutschland und Europa unverzichtbare Schlüsselbranche befindet sich in freiem Fall. Damit ist die Autarkie in so strategischen Sektoren wie Gesundheit, Sicherheit, Mobilität, Energie, Trinkwasserversorgung, Infrastruktur, Verteidigung oder Raumfahrt akut gefährdet.“ Für den wdk-Präsidenten sind die erforderlichen Ansatzpunkte der Bundesregierung klar: „Sofortiger Bürokratieabbau durch Aussetzung oder Aufhebung von Berichtspflichten, Sofortmaßnahmen zur Senkung der Energiekosten, zum Beispiel durch Abschaffung des nationalen Emissionshandelssystems, und wirksame Schritte zur Stärkung der einheimischen Märkte. Ohne ein Level Playing Field im internationalen Wettbewerb hat die Branche in Deutschland keine Perspektive .“

Die jüngsten Konjunkturdaten bestätigten diesen Abwärtstrend, ergänzte wdk-Chefvolkswirt Michael Berthel. „Bei fast allen Kennzahlen herrscht die Farbe Rot vor: Im ersten Halbjahr 2026 sank die Produktion um 5,4 Prozent auf 530.000 Tonnen. Die Zahl der Beschäftigten ging um fünf Prozent auf 57.200 zurück und der Umsatz lag mit 5,2 Milliarden Euro um 4,1 Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2025.“ Seine Prognose: „Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht schnell verbessern, gehen in immer mehr deutschen Produktionshallen der Kautschukindustrie die Lichter aus. Endgültig.“

Michael Berthel,
wdk Chefvolkswirt (Quelle: wdk)

 

Download Pressemitteilung (pdf)

Download Statistische Eckdaten (.pdf)

Download Pressefoto Michael Klein (.jpg)

Download Pressefoto Michael Berthel (.jpg)

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) ist die Spitzenorganisation der Hersteller von Bereifungen und Technischen
Elastomer-Erzeugnissen in Deutschland. Er vertritt rund 220 Unternehmen mit etwa 60.000 Beschäftigten und einem Gesamtjahresumsatz von gut zehn Milliarden Euro.