Kein strategisch wichtiger Lebensbereich kommt ohne Kautschukprodukte aus. Das gilt auch für Medizin und Pharmazie: Viele Medikamente, Impfstoffe und Infusionslösungen werden in Glasbehältern aufbewahrt, deren Verschlüsse hohen Anforderungen genügen müssen, da schon die geringste Verunreinigung katastrophale Folgen haben kann. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Stopfen aus Gummi. Auf ihre oft übersehene Bedeutung macht der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) in Frankfurt am Main im Rahmen seiner Kampagne „Gummi – Wir retten die Welt“ aufmerksam.

„Bei pharmazeutischen Verschlüssen geht es um weit mehr als darum, ein Behältnis dicht zu verschließen“, erläutert wdk-Chefchemiker Volker Krings. „Das Material kommt unmittelbar mit dem Arzneimittel in Kontakt. Es darf deshalb weder Substanzen an dessen Inhalt abgeben noch Bestandteile daraus aufnehmen oder das Präparat verändern.“ Gleichzeitig müsse der Gummistopfen zuverlässig abdichten und hoch elastisch sein. Das zeige sich etwa bei Injektionsflaschen, aus denen Medikamente mit einer Spritzenkanüle entnommen werden. Nach dem Herausziehen der Kanüle müsse sich die Einstichstelle im Stopfen wieder dicht verschließen. Das könne nur Gummi leisten.
Besondere Anforderungen stellen laut Krings gefriergetrocknete Arzneimittel. Die dafür verwendeten Stopfen müssen auch bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius flexibel bleiben. Während der Gefriertrocknung müssen sie demnach den Entzug von Wasserdampf ermöglichen und anschließend das Behältnis so zuverlässig verschließen, dass während der Lagerung keine Luftfeuchtigkeit eindringen kann.
„Ein kleiner Gummistopfen wirkt auf den ersten Blick unspektakulär“, betont Krings. „Tatsächlich übernimmt er zentrale Funktionen für die sichere Aufbewahrung und Anwendung von Arzneimitteln. Auch hier zeigt sich: Moderne medizinische Versorgung wäre ohne leis-tungsfähige Elastomere undenkbar.“