ReifenDeutschland lehnt die geplante Ausweitung des Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) auf stahlbasierte Vorprodukte der Reifenherstellung ab. Eine isolierte Einbeziehung würde die Produktionskosten europäischer Hersteller erhöhen, ohne Carbon Leakage bei importierten Fertigreifen wirksam zu verhindern – und damit das eigentliche Ziel des CBAM verfehlen.
„CBAM kann Wettbewerbsverzerrungen nur verhindern, wenn er konsequent angewendet wird. Werden nur einzelne Vorprodukte belastet, während Fertigreifen-Importe ungeschoren bleiben, entsteht ein neuer Wettbewerbsnachteil für europäische Hersteller – das Gegenteil des eigentlichen Ziels“, erklärt Stephan Rau, Technischer Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (wdk) und Leiter von ReifenDeutschland. Die europäische Reifenindustrie stehe bereits unter erheblichem Wettbewerbsdruck – durch hohe Energie- und Arbeitskosten, internationale Überkapazitäten und wachsende regulatorische Anforderungen. Eine CBAM-Ausweitung auf Stahlvorprodukte würde diesen Druck verschärfen, ohne dem Klimaschutz zu dienen, so Rau.
ReifenDeutschland fordert daher von Politik und EU-Kommission eine ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette, eine Nichteinbeziehung der Stahlvorprodukte in CBAM und eine bessere Abstimmung mit anderen Instrumenten wie dem Industrial Accelerator Act und dem EU-Emissionshandel. Außerdem sollten EU-Kommission und Industrie gemeinsam einen verlässlichen Entwicklungspfad für künftige Erweiterungen festlegen und davor deren Praxistauglichkeit überprüfen.

Stephan Rau
Über ReifenDeutschland
ReifenDeutschland ist die Reifen-Plattform des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (wdk). Sie bündelt die Interessen der deutschen Reifenhersteller und setzt sich für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, nachhaltige Mobilität und die Zukunft des Reifenstandorts Deutschland ein.
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Pressemeldung
Positionspapier ReifenDeutschland zu CBAM
Pressefoto Stephan Rau