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Pressemeldung vom 30. Juni 2026

ReifenDeutschland lehnt Ausweitung des CBAM auf Stahlvorprodukte der Reifenindustrie ab

ReifenDeutschland lehnt die geplante Ausweitung des Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) auf stahlbasierte Vorprodukte der Reifenherstellung ab. Eine isolierte Einbeziehung würde die Produktionskosten europäischer Hersteller erhöhen, ohne Carbon Leakage bei importierten Fertigreifen wirksam zu verhindern – und damit das eigentliche Ziel des CBAM verfehlen.

„CBAM kann Wettbewerbsverzerrungen nur verhindern, wenn er konsequent angewendet wird. Werden nur einzelne Vorprodukte belastet, während Fertigreifen-Importe ungeschoren bleiben, entsteht ein neuer Wettbewerbsnachteil für europäische Hersteller – das Gegenteil des eigentlichen Ziels“, erklärt Stephan Rau, Technischer Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (wdk) und Leiter von ReifenDeutschland. Die europäische Reifenindustrie stehe bereits unter erheblichem Wettbewerbsdruck – durch hohe Energie- und Arbeitskosten, internationale Überkapazitäten und wachsende regulatorische Anforderungen. Eine CBAM-Ausweitung auf Stahlvorprodukte würde diesen Druck verschärfen, ohne dem Klimaschutz zu dienen, so Rau.

ReifenDeutschland fordert daher von Politik und EU-Kommission eine ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette, eine Nichteinbeziehung der Stahlvorprodukte in CBAM und eine bessere Abstimmung mit anderen Instrumenten wie dem Industrial Accelerator Act und dem EU-Emissionshandel. Außerdem sollten EU-Kommission und Industrie gemeinsam einen verlässlichen Entwicklungspfad für künftige Erweiterungen festlegen und davor deren Praxistauglichkeit überprüfen.

Stephan Rau

 

Über ReifenDeutschland

ReifenDeutschland ist die Reifen-Plattform des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (wdk). Sie bündelt die Interessen der deutschen Reifenhersteller und setzt sich für wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, nachhaltige Mobilität und die Zukunft des Reifenstandorts Deutschland ein.

 

Download:

Pressemeldung
Positionspapier ReifenDeutschland zu CBAM
Pressefoto Stephan Rau

 

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) ist die Spitzenorganisation der deutschen Hersteller von Bereifungen und Technischen Elastomer-Erzeugnissen. Er vertritt rund 200 Unternehmen mit etwa 70.000 Beschäftigten und einem Gesamtjahresumsatz von zehn Milliarden Euro.