Der Druck auf die industrielle Basis in Deutschland hält unvermindert an. Anlässlich des Tags der Kautschukindustrie der beiden Branchenverbände wdk (Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie) und ADK (Arbeitgeberverbands der deutschen Kautschukindustrie) am 28. April 2026 in Berlin forderte wdk-Präsident Michael Klein ein dringendes industriepolitisches Handeln. „Die Herausforderungen sind längst bekannt – jetzt braucht es endlich konkrete Maßnahmen statt weiterer Ankündigungen.“
Das Land könne sich Verzögerungen nicht mehr leisten. „An die Stelle von Absichtserklärungen müssen dringend Maßnehmen treten, die die Unternehmen bei Bürokratie und Energiekosten umgehend entlasten. Das verarbeitende Gewerbe ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft und Wohlstandsgarant. Der Erosionsprozess des Produktionsstandorts muss jetzt endlich aufgehalten werden.“
Klein verwies auf die jüngsten Ergebnisse einer Mitgliederbefragung. Demnach ist die Umsatz- und Absatzentwicklung in der deutschen Kautschukindustrie überwiegend rückläufig. Die Entwicklung der Produktion werde im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich ebenfalls zurückgehen. „Dieser Trend ist ein klares Warnsignal“, so Klein. Die Unternehmen hätten ihre Möglichkeiten am Standort ausgereizt. Ohne politische Unterstützung bleibe nur das Ausland eine Alternative. „Deutschland verliert kontinuierlich industrielle Substanz. Wenn die Bundesregierung jetzt nicht gegensteuert, riskiert sie dauerhafte Standortverluste. Und das geht mit Gestalten anstatt Verwalten. Es macht ratlos zu wissen, was politisch getan werden müsste, aber keiner tut es und dies nun schon so lange.“

Download Pressefoto Michael Klein (Foto: BORIS TRENKEL)