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Pressemeldung vom 15. Juli 2026

Wie bizarr ist das denn? Mit weiteren EUDR-Ausnahmen untergräbt die EU-Kommission die eigenen Umweltziele und schadet zugleich der europäischen Kautschukindustrie

wdk kritisiert neue Ausnahmen der EUDR

Die deutsche Kautschukindustrie kritisiert die neuen Ausnahmen bei der Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR). Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) warnt ausdrücklich vor einer Benachteiligung der innereuropäischen Industrieproduktion. Verarbeiter von Naturkautschuk in Europa bleiben von der EUDR erfasst. Hersteller von Gummiprodukten außerhalb Europas werden dagegen freigestellt.

Die Europäische Kommission hat am 13. Juli 2026 völlig überraschend zwei Warengruppen aus dem Anwendungsbereich der EUDR gestrichen: ‚Förderbänder, Antriebsriemen oder Riemen aus vulkanisiertem Kautschuk‘ sowie ‚sonstige Waren aus vulkanisiertem Kautschuk‘. Begründet wurde dies damit, dass diese Erzeugnisse häufig nur geringe Mengen Naturkautschuk enthielten.

„Erstens ist das sachlich nicht zutreffend und zweitens öffnet die EU-Kommission damit dem Import von vergleichbaren Fertigwaren aus China und anderen Drittstaaten unnötig Tür und Tor“, so der Präsident des wdk, Michael Klein, heute in Frankfurt/Main. Denn diese Produkte könnten nun ohne EUDR-Nachweispflichten in die Europäische Union eingeführt werden. „Die Kommission schafft so eine regulatorische Einbahnstraße: Wer in Europa produziert, trägt die Kosten für entwaldungsfreie Rohstofflieferketten. Wer das fertige Produkt von außerhalb Europas importiert, soll von diesen Anforderungen verschont bleiben. Damit widerspricht die EU-Kommission auch den Zielen ihres eigenen Industrial Accelerator Acts, die Förderung des ‚European Contents‘ in Fahrzeugen. Offenbar opfert die Kommission jegliche Standards zu Gunsten billiger Importe, seien es Menschenrechte, Umweltrechte oder europäische Industrieproduktion.“

Der wdk hatte gegenüber EU-Umweltkommissarin Jessika Roswall sowie EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné auf diese Gefahren hingewiesen. „Das Europäische Parlament und der Rat müssen jetzt korrigierend eingreifen. Wer gleiche Nachhaltigkeitsstandards will, muss sie unabhängig davon anwenden, ob ein Produkt in Europa hergestellt oder fertig aus einem Drittstaat eingeführt wird. Alles andere ist Doppelmoral“, so Klein abschließend.

wdk-Präsident Michael Klein (Quelle: wdk)

 

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Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) ist die Spitzenorganisation der deutschen Hersteller von Bereifungen und Technischen Elastomer-Erzeugnissen. Er vertritt rund 200 Unternehmen mit etwa 70.000 Beschäftigten und einem Gesamtjahresumsatz von zehn Milliarden Euro.