Reifen-Positionen (Unterseite von Reifentechnik)

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REIFEN-POSITIONEN

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Stephan Rau

s.rau@wdk.de

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Reifen- und Straßenabrieb als Mikroplastik in der Umwelt

Die Zunahme von Mikroplastik und Kunststoffabfällen in der Umwelt ist besorgniserregend. In diesem Zusammenhang gerät auch der Reifen- und Straßenabrieb immer wieder in den Fokus der öffentlichen Debatte. Die im Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) vertretenen Reifenhersteller bekennen sich zu dem Ziel, ihren Beitrag zu einer gesunden Umwelt zu leisten. Daher engagiert sich die Reifenindustrie über ihren europäischen Verband ETRMA (European Tyre and Rubber Manufacturers‘ Association) auf vielfältigen Ebenen. Dennoch ist die wissenschaftliche Datenlage noch immer sehr lückenhaft. Deshalb setzen sich die im wdk und in der ETRMA zusammengeschlossenen Reifenhersteller dafür ein, zunächst ein solides, wissenschaftlich basiertes Verständnis dieser Fragen zu gewinnen. Dabei sind alle Faktoren, die neben dem Reifendesign Auswirkungen auf Reifenabrieb haben, in die Überlegungen miteinzubeziehen.

Sichere Reifen in und aus Deutschland nachhaltig fördern

Mit dem Green Deal hat die Europäische Kommission zentrale Weichenstellungen zur raschen Einführung nachhaltiger Mobilität vorgenommen. Das von der Kommission im Zuge der anstehenden Bewältigung der Corona-Pandemie geplante Konjunkturpaket hat das Ziel, die Transformation der Wirtschaft in diesem Sinne zu gestalten.
Die im Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (wdk) zusammengeschlossenen Reifenhersteller unterstützen die Ziele des Green Deal in ihrem Grundsatz. Die Reifenindustrie befürwortet ausdrücklich auch den damit verbundenen, grünen Umbau des Mobilitätssektors. Reifen verfügen, nicht zuletzt aufgrund des Innovationsstrebens der Premium-Reifenhersteller, über ein erhebliches Potential, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren und die Reichweite von Elektrofahrzeugen zu erhöhen. Sie können somit einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Paradigmenwechsel im europäischen Verkehrssystem und dessen Sicherheit leisten. Um dieses Potential auszuschöpfen, sollte die Politik Anreize zum Erwerb nachhaltiger, sicherer und damit ökologisch sinnvoller Reifen und reifenbezogener Lösungen schaffen.

Pkw: Mischbereifung - Reifen mit Notlaufeigenschaften, EMT und Runflat

Extended Mobility Tyres - sogenannte EMT-Reifen - und Runflat-Reifen (RF) besitzen Notlaufeigenschaften. Sämtliche Notlaufsysteme erlauben es dem Fahrer eines entsprechend ausgerüsteten Fahrzeugs, selbst bei vollständigem Druckverlust in einem oder mehreren Reifen, sicher zu bremsen und mit Einschränkungen eine gewisse Strecke weiterzufahren. Hierbei gibt es allerdings Einiges zu beachten, vor allem, wenn diese Reifen am Fahrzeug ersetzt werden müssen.

12.03.2020
Antwort der ETRMA auf die Fahrtests von EmissionsAnalytics

Die European Tyre and Rubber Manufacturers' Association (ETRMA) hat sich verpflichtet, alle Aspekte im Zusammenhang mit unbeabsichtigt freigesetzten Reifen- und Straßenabriebpartikeln (TRWP) und deren Auswirkungen auf die Umwelt zu analysieren. Unsere Mitglieder engagieren sich voll und ganz für den Aufbau wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Erzeugung und den Transport dieser Partikel und arbeiten an der Suche nach praktischen Lösungen zur Verringerung ihrer Auswirkungen. Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass TRWP eine Mischung aus Reifenlaufflächen- und Straßenbelagsmaterialien im Verhältnis von etwa 50:50 sind und dass Reifen für eine nachhaltige Mobilität in Bezug auf Verkehrssicherheit und Effizienz eine entscheidende Rolle spielen.

Aus diesen Gründen begrüßt ETRMA die Bemühungen von EmissionsAnalytics, Wissenslücken im Bereich TRWP zu schließen. Unsere Analyse der Ergebnisse der Reifenabnutzungsrate des Tests von EmissionsAnalytics hat ergeben, dass sie nicht die normalen Fahrbedingungen widerspiegeln und weit über das härteste, realistische Fahrverhalten hinausgehen. Für die Testbedingungen wurde ein Fahrzeug verwendet, das mit Reifen minderer Qualität ausgerüstet und voll beladen war. Das Testdesign beinhaltete hohe Geschwindigkeiten und übermäßige Kurvenfahrten und unterstreicht die unrealistische Natur des Fahrversuchs und seiner Ergebnisse mit einem extremen Fahrverhalten.

Umbereifung von Motorrädern

Bei der Umbereifung von Motorrädern  fehlt den Verbraucherinnen und Verbrauchern aktuell die Rechtssicherheit. Hintergrund ist die Entscheidung des Bund-Länder-Fachausschusses „Technisches Kraftfahrwesen" (BFLA-TK), die Verwendung von Übergrößen, die von den typgenehmigten Größen des Fahrzeugs abweichen, als „erheblichen Mangel" bei der Hauptuntersuchung eingestuft hat. Bislang haben die Unternehmen der Reifen- und der Fahrzeugindustrie seit Jahren erfolgreich in gemeinsamen Tests (nach gemeinsamem Leitfaden) Unbedenk­lichkeitsbescheinigungen, Serviceinformationen und Bereifungsempfehlungen für den Markt erstellt. Kurzfristig fordern der wdk und seine Mitglieder aus der Reifenindustrie einen Bestandsschutz für alle bisher ausgestellten Unbedenk­lichkeitsbescheinigungen. Diese würden um einen Hinweis auf § 19 II StVZO ergänzen, wonach eine entsprechende Begutachtung nicht erforderlich ist.

Klärung zur Winterreifen-Verordnung

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat im aktuellen Verkehrsblatt Erläuterungen zu den technischen Anforderungen an Winterreifen für Spezialfahrzeuge bekannt gegeben.

Praktische Anwendungsschwierigkeiten bei der „Winterreifenverordnung“ erfordern dringende Korrekturen

Seit Verabschiedung der 52. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften am 18. Mai 2017 ergeben sich für Industrie, Handel und Verbraucher offensichtlich unvorhergesehene Probleme, die dringend einer Klärung bedürfen.

Im Kern geht es um folgende Punkte:

  • Normenkonflikt bei M+S-Motorradreifen, wenn der Speed-Index unter der bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit liegt (Widerspruch zwischen deutschem und europäischem Recht)
  • Reifen bei wichtigen Spezialfahrzeugen, die infolge fehlender Testmöglichkeit keine 3PMSF-Kennzeichnung tragen können
  • Fahrzeuge mit C1-, C2- oder C3-Reifen, für die die Typgenehmigung derzeit keine 3PMSF-Kennzeichnung zulässt

Der wdk hat in einem Positionspapier die infolge der Novellierung entstandenen Schwierigkeiten näher beschrieben und setzt sich für die notwendigen Korrekturen ein.