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Konjunktur

Mitgliederumfrage unterstreicht politischen Handlungsbedarf

Der ergebnislose deutsche Autogipfel hilft den Zulieferern (der deutschen Kautschukindustrie) in ihrer akuten Not nicht und der Querschuss aus Brüssel – die Reduktion der Treibhausgase um 55 % statt der bisherigen 40 % – droht die deutsche/europäische Automobilherstellung lahm zu legen.

Derzeit hängt die Branchenproduktion der Automobilzulieferer immer noch um rund 20 % den Vorjahresvolumina hinterher – sowohl im Inland als auch im Ausland. Die Auftragslage verheißt ebenfalls kaum Linderung. Im Branchendurchschnitt laufen derzeit rund 15 % weniger Aufträge bei den Unternehmen auf als vor Jahresfrist.

Viele Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie leben von der Verbrenner-Technologie. Zurzeit arbeiten einige Zulieferer an Serienprodukten für die Elektromobilität und erste Serien werden beliefert. D.h. eine kontinuierliche Annäherung zu dieser Technologie findet statt. Der Transformationsprozess wird aber seine Zeit brauchen, bis die für die Existenz notwendigen Umsätze erwirtschaftet werden können. Für diese Zeit ist Technologieoffenheit unabdingbar.

Zurück zu den politischen Notwendigkeiten: unmittelbar (und nicht erst in einigen Monaten) muss eine Unterstützung der Automobilzulieferer und der anderen notleidenden Unternehmen der deutschen Industrie erfolgen – durch öffentliche Absicherung privatwirtschaftlich finanzierter und marktwirtschaftlich ausgerichteter Finanzhilfen. Die herausfordernde Transformation der deutschen/europäischen Automobilindustrie darf nicht weiter torpediert werden. Wenn die EU auf kurze Sicht die Industrie nachhaltig schädigt, braucht sie keine langfristige Zielsetzung zur Klimaneutralität bei CO2-Emissionen von Fahrzeugen verankern.

16.09.2020
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Michael Berthel

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m.berthel@wdk.de