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Delle oder Talfahrt?

Zu Beginn des 2. Halbjahres 2019 zeichnet sich deutlich ab, dass 2019 kein gutes Jahr für viele Unternehmen der Branche und damit auch für die deutsche Kautschukindustrie in Gänze wird. Nachdem die Automobilzulieferer von Kautschukprodukten schon seit etwa einem Jahr mit einer signifikant sinkenden Nachfrage seitens der Fahrzeughersteller zu kämpfen haben, fehlen nunmehr zunehmend auch die Aufträge aus vielen anderen industriellen Abnehmerbranchen im In- und Ausland.

Der Branchenumsatz liegt nach dem 1. Halbjahr 2019 um mehr als 2 % unter dem Vorjahr. Dabei kommt der Branche noch ihre Heterogenität zu Gute. Für das konjunkturelle Gesamtbild der deutschen Kautschukindustrie leisten die positiv laufenden baunahen Bereiche sowie Produkte im Konsumsektor Kompensation. Im automobilen Zuliefergeschäft spitzt sich die Lage dagegen zu. Aus der erwarteten Delle im 3. Quartal 2018 ist eine ausgewachsene rezessive Phase geworden, die bis dato anhält und zunehmend Zeichen einer strukturellen Zäsur zeigt. Die Reduzierung der globalen Pkw-Absatzprognose vor Kurzem durch den VDA weist darauf hin, dass in absehbarer Zeit, der Produktionsumfang der deutschen Automobilhersteller auf einem deutlich reduzierten Niveau verharren dürfte.
Nachdem in 2018 in der Pkw-Inlandsfertigung schon rund eine halbe Million Fahrzeuge weniger gebaut wurden als in den Vorjahren, erwartet der VDA nunmehr für 2019 ein nochmals sinkendes Volumen auf weniger als 5 Mio. Pkw. Die Automobilzulieferer der deutschen Kautschukindustrie werden sich darauf einstellen und ihre Flexibilität unter Beweis stellen müssen. Nach den akuellen Prognosen für die internationale Automobilkonjunktur wird 2019 das zweite Jahr in Folge mit unter Vorjahr und deutlich unter den Planungen liegenden Um- und Absätzen.

Ein weitgehend positives 1. Quartal 2019 sowie die Aussicht auf eine leichte Belebung zum Jahresende tragen dazu bei, dass im non-automotive Sektor die Stimmung und die konjunkturelle Lage bei weitem nicht so brenzlig ist wie bei den Automobilzulieferern. Dennoch wird auch hier die Geschäftsentwicklung im weiteren Jahresverlauf eine spürbare Nachfragedelle erfahren. Nicht zuletzt die letzte Woche erfolgte Rücknahme der Produktionsprognose im deutschen Maschinenbau von +1 % auf -2 % ist ausschlaggebend.

Alles in allem kann die wdk-Prognose für den Branchenumsatz 2019 nach den jüngsten Informationen von Seiten wichtiger Abnehmerkreise nicht mehr aufrecht erhalten werden. Statt eines leichten Umsatzzuwachses muss nunmehr auch für die gesamte Branche von einem Umsatzrückgang im Gesamtjahr 2019 ausgegangen werden.